Das touristische Jahr 2024 war das erfolgreichste in München seit Beginn der Aufzeichnungen 1912 und hat damit auch das Top-Jahr 2023 übertroffen.
Insgesamt wurden in Münchens gewerblichen Beherbergungsbetrieben mit zehn und mehr Betten 19,7 Millionen Übernachtungen registriert (+5,8 Prozent). Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag 2024 bei 2,12 Tagen (2023: 2,18 Tage). Der Tourismus erweist sich als Boom Branche, ein sehr gut funktionierender Wirtschaftsbereich.
„2024 war ein wirklich großartiges Tourismusjahr für München. Es hat sich gezeigt, welche magnetische Wirkung Veranstaltungen wie die Adele-Konzert-Reihe auf dem Messegelände, die Konzerte im Olympiastadion, die UEFA EURO 2024, das NFL-Spiel, Messen und Kongresse und natürlich die Wiesn haben. München kann Großevents und profitiert davon. Gerade die Konzerte von Adele, Taylor Swift und Coldplay haben eine globale Berichterstattung und unzählige Posts in den sozialen Medien ausgelöst. München wurde damit auf die Landkarte des Pop gesetzt und hat bei anderen Künstlern, die München noch nicht auf dem Schirm hatten, Interesse geweckt. Ohne die Großveranstaltungen wären wir weniger attraktiv, hätten weniger Gäste in der Stadt, hätten weniger Einnahmen für touristische Betriebe und damit weniger Gewerbesteuern. Auch die Angebote an Gastronomie und Freizeit sähen ohne Tourismus deutlich bescheidener aus. Der Tourismus ist also nicht nur ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, er steigert auch die Lebensqualität der Einheimischen.“
Im Januar, Februar, März, Mai, Juni, August, Oktober, November und Dezember wurden jeweils Bestwerte erzielt. In allen Monaten konnten über eine Million Übernachtungen verzeichnet werden, im Juli und Oktober waren es knapp zwei Millionen und im Konzertsommer-Monat August in Münchens Beherbergungsbetrieben sogar 2,1 Millionen Übernachtungen (+18,5 Prozent). Damit war dieser Monat nicht nur der erfolgreichste August, sondern der Monat mit den meisten Übernachtungen seit Beginn der Datenerfassung.
Nur drei Monate erreichten keinen neuen Übernachtungsrekord. Im April fehlte im Vergleicht zum Vorjahr die Weltleitmesse BAU. Im Juli fand auf Grund der UEFA EURO 2024 und der damit einhergehenden Verdrängungseffekte eine höhere Geschäftsreisetätigkeit statt. Folglich kamen zwar so viele Gäste wie niemals zuvor im Monat Juli nach München. Die Aufenthaltsdauer verkürzte sich jedoch, sodass kein neuer Übernachtungsrekord verzeichnet werden konnte. Im September lagen die Übernachtungszahlen aufgrund der fehlenden IAA Mobility und des späten Oktoberfests knapp unter dem Vorjahresniveau.
55 Prozent der Übernachtungen wurden von Gästen aus dem Inland generiert. Deren Übernachtungen lagen mit 10,8 Millionen über den Ergebnissen von 2023 (+ 3,3 Prozent).
Aus den deutschsprachigen Märkten Deutschland, Österreich und Schweiz (DACH) wurden insgesamt 11,9 Millionen Übernachtungen registriert (+3,3 Prozent). Das sind 60,1 Prozent des gesamten Übernachtungsvolumens. Diese Quellmärkte sind demnach von größter Bedeutung für die Destination München.
Aus dem Ausland wurden insgesamt 8,9 Millionen Übernachtungen verzeichnet, 9 Prozent mehr als 2023.
1. | USA | 1.491.031 | + 16,4 Prozent |
2. | Großbritannien | 655.211 | + 15,2 Prozent |
3. | Italien | 586.617 | - 2,3 Prozent |
4. | Österreich | 539.501 | + 6,1 Prozent |
5. | Schweiz | 481.018 | - 0,6 Prozent |
6. | Skandinavien | 369.427 | + 34,3 Prozent |
7. | Arabische Golfstaaten | 346.970 | -13,2 Prozent |
8. | Südostasien | 318.180 | + 9,7 Prozent |
9. | Spanien | 314.002 | + 3,6 Prozent |
10. | China | 291.910 | + 40,4 Prozent |
Die westeuropäischen Märkte entwickelten sich 2024 sehr gut. Insgesamt legte dieses Marktsegment bei den Übernachtungen gegenüber dem Vorjahr um 8,7 Prozent auf 2,8 Millionen zu. Fast alle westeuropäischen Märkte wiesen ein zum Teil zweistelliges Plus bei den Übernachtungen auf. Dies ist zum Beispiel bei Dänemark (+31,3 Prozent) und Großbritannien (15,2 Prozent) vor allem auf die UEFA EURO 2024 zurückzuführen, zu deren Spielen in München viele Fans aus den beteiligten Ländern angereist waren.
Eine Ausnahme stellte der italienische Markt dar, der nicht die Übernachtungszahlen des Vorjahres erreichte (-2,3 Prozent). Weniger Urlaubsgäste zu Pfingsten und in den Sommerferien aufgrund des höheren Preisniveaus in der Hotellerie während der UEFA EURO 2024 und des Konzertsommers führten zu diesem Ergebnis.
Auch die Übernachtungen der osteuropäischen Gäste zeigten ein deutliches Plus von 8,5 Prozent (1,3 Millionen). Aus dem stärksten osteuropäischen Markt Polen wurde ein Plus von 7,1 Prozent bei den Übernachtungen verzeichnet. Mit Rumänien und Serbien spielten zwei Mannschaften während der EURO aus diesem Marktsegment in München, was die deutliche Zunahme der Übernachtungen für Rumänien (+ 25,6 Prozent) und der Sonstigen Europäischen Märkte (+14,7 Prozent) erklärt. Erwartungsgemäß spielte der früher so bedeutende russische Markt keine Rolle mehr. Sein Volumen liegt mit 59.000 Übernachtungen nur noch bei 13 Prozent des Volumens vor Pandemie und Krieg.
Die USA, der wichtigste internationale Markt Münchens, blieben auch 2024 auf Erfolgsspur. So legten die Übernachtungen nochmals um 16,4 Prozent auf 1,5 Millionen zu und übertrafen den letztjährigen Rekord um 210.000 Übernachtungen. Weitere Märkte aus dem amerikanischen Marktsegment konnten sich gegenüber 2023 ebenfalls deutlich steigern (Kanada +24,1 Prozent, Brasilien +14 Prozent, Mittelamerika und Karibik +25 Prozent).
2024 hat sich der asiatische Markt ebenfalls sehr gut entwickelt. Insgesamt wurden 1,5 Millionen Übernachtungen verzeichnet (+9,3 Prozent). Allerdings hat dieses Marktsegment insgesamt das vorpandemische Niveau noch nicht wieder erreicht. Die größten Zuwächse gab es aus dem chinesischen Markt. Die Übernachtungen stiegen um 40,4 Prozent auf 292.000. Damit war China wieder unter den Top-Ten der Auslandsmärkte.
Die Arabischen Golfstaaten gehörten trotz eines Minus von 13,2 Prozent mit den 347.000 Übernachtungen nach wie vor zu den Top-Ten-Märkten. Für die Rückgänge gab es unterschiedliche Gründe: die verkürzte Aufenthaltsdauer, die langwierigen Visa-Vergabeformalitäten und eine zunehmende Konkurrenz um diesen Markt durch weitere, auch außereuropäische, Destinationen.
Aus Südostasen konnte ein Zuwachs von 9,7 Prozent auf 318.000 registriert werden. Damit hat dieser Markt das Niveau von 2019 wieder erreicht.
Insgesamt standen Ende 2024 in München 98.000 Betten in 469 Betrieben zur Verfügung (2023: gut 97.000 Betten in 465 Betrieben). Trotz der Rekorde bei den Übernachtungszahlen, reichten die Zuwächse nicht aus, um die gestiegene Anzahl der Betten so zu füllen wie vor der Pandemie. Daher hat die Zimmerauslastung von 70 Prozent 2024 das Auslastungsniveau von 2019 (75 Prozent) nicht erreicht (2023: 66 Prozent Auslastung). Die Zimmererlöse lagen bei gut 98 Euro (2023: 87 Euro, 2019: 94 Euro).
Die Ausgaben, die 2024 in München mit der Mastercard getätigt wurden, stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent. Ein Anteil von 39,3 Prozent der Gesamtausgaben wurde von Nicht-Münchnern getätigt. Dieser Anteil hat sich gegenüber 2023 um 17,1 Prozent erhöht. Rund 77 Prozent dieser Ausgaben wurden von Besuchern aus dem Inland generiert, darunter auch Tagesgäste, während 23 Prozent auf internationale Gäste entfielen.
Die Besucher von außerhalb Münchens waren zu 71 Prozent Tagesgäste und zu 29 Prozent Übernachtungsgäste. Ein durchschnittlicher Tagesgast erzielte Ausgaben in Höhe von 86 Euro mit der Mastercard, während ein Übernachtungsgast durchschnittlich 283 Euro ausgab. Die Ausgaben von Businessreisenden lagen deutlich höher als bei Freizeitreisenden: Tagesgeschäftsreisende gaben im Durchschnitt 173 Euro aus, während übernachtende Geschäftsreisende auf 556 Euro kamen. Im Vergleich dazu beliefen sich die Ausgaben von Freizeitreisenden auf durchschnittlich 80 Euro für Tagesgäste und 258 Euro für Übernachtungsgäste.
Auch 2025 sollte wieder ein erfolgreiches Jahr im München Tourismus werden. Bei den Veranstaltungen wird der Schwerpunkt auf den Messen wie zum Beispiel BAU, bauma, Intersolar, IAA Mobility oder drinktec liegen, aber auch auf Kongressen wie dem ESMO Breast Cancer Congress 2025, dem ISAKOS-Kongress oder dem One Young World Summit. Dazu kommen Sportevents wie das UEFA Champions League Finale oder das BMW Open – ATP 500 Tennisturnier und große Popkonzerte, zum Beispiel von Guns N` Roses oder Robbie Williams. Nicht zuletzt werden auch wiederkehrende Highlights wie Münchens Volksfeste das touristische Geschehen bereichern.
„Bei allem Erfolg steht außer Frage, dass München trotz aller Rekordzahlen, kein touristischer Selbstläufer ist. Um nationale und internationale Gäste anzuziehen, muss ein starker Fokus auf Veranstaltungen gelegt werden. Um sie zur Wiederkehr zu animieren, ist die Qualität des Angebots in Gastronomie, Hotellerie, Einzelhandel, Transport sowie bei Attraktionen und Freizeitaktivitäten entscheidend. München Tourismus und seine Partner werden sich weiterhin im engen Schulterschluss für die Destination München und ihr Angebot einsetzen.“
Druckfähige Fotos für die touristische Berichterstattung über München stehen unter www.einfach-muenchen.de/fotoservice zum Download bereit.
Pressekontakt – tourismus.presse@muenchen.de